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Schlaf

Mein Schlafverhalten treibt mich in den Wahnsinn.

Und gerade im Augenblick ganz besonders extrem.

Auf der einen Seite schlafe ich quasi gar nicht. Ich kann mich hinlegen wann ich will, ich schlafe nicht.

Auf der anderen Seite schlafe ich Unmengen: zehn Stunden am Stück und vier Stunden später nochmal drei Stunden? Kein Problem!

Was  ein Problem ist, sind die Uhrzeiten.

Ich habe jetzt für eine Woche oder zwei Versucht, Einfluß zu nehmen und meine Schlafzeiten von Tag auf Nacht zu verlegen.

Null Effekt.

Bestes Ergebnis: fünf Stunden Schlaf von zehn Uhr Abends bis drei Uhr Nachts!

Dazu war ich vorher 28 Stunden am Stück wach.

Ohne solche Späße?

Schlafe ich gut drei Stunden Nachts, dann bin ich wach.

Aber tagsüber? Ja, tagsüber, da geht das wunderbar. Ich schlafe, wenn ich komatös genug bin, und penne sieben bis zehn Stunden wunderbar durch.

Nachts? Nix.

Tags? Super.

Ganz egal, was ich mache.

Ob um zehn Uhr Abends oder vier in der Früh, ich schlaf nur ein paar Stunden.

Ob elf Uhr Vormittags oder zwei Uhr Nachmittags - ich penn' volle Kanne durch.

Ob ich vorher geschlafen habe oder nicht, oder nachher schlafe oder nicht. Spielt alles keine Rolle.

Alle möglichen Kombinationen durch, alle ohne Erfolg. Nachts bestenfalls ein paar Stunden, wenn überhaupt, Tags dafür dann volle Kelle.

 

AUẞER heute.

Es ist vier Uhr Nachmittags, mir ist übel, ich habe Kopfschmerzen, mein Kopf schwimmt, alles vor Müdigkeit. Aber an Schlaf ist nicht zu denken. Eben im Bett gelegen. Hätte genausogut einen Kopfstand machen können.

Als hätte jemand auf den Knopf gedrückt und meine Fähigkeit für Schlaf deaktiviert.

Vielleicht wegen gestern?

Irgendwas hat mich ganz massiv ins Hirn gefickt.

Ich bin so müde daß ich kaum gerade denken kann, aber wenn ich auch nur an Schlaf denke, dreht irgendwas in mir um und rennt kreischend in die entgegengesetzte Richtung.

Ich kann's nichtmal wirklich greifen. Ist nur ein Eindruck.

Keine Ahnung ob nur die Träume oder der Abfuck gestern oder alles zusammen oder gar nichts. Vielleicht verliere ich auch langsam wirklich den Verstand. Mit ein bißchen Glück fange ich an mir das Gesicht vom Schädel zu schneiden und als Schuhe zu tragen.

 

Ich geh mir mal den Augapfel mit einer Gabel kratzen, vielleicht gehen dann ja die Würmer raus.

19.12.17 15:57


Nicht funktional

Nicht funktional bin ich nicht nur physisch. Auch psychisch-emotional funktioniere ich nicht. Die letzte Woche/n ist mir eine Fassade gelungen die kaum mehr als die Illussion von Funktionalität aufweist. Eine dünne Schicht Farbe auf einem Blatt Papier. Das bißchen Druck heute hat ausgereicht um alles zerkrümeln zu lassen.

Ich kann nicht atmen, meine  Existenz ist eine Qual, die ständige Frage nach dem Warum wurde ergänzt um die Fragen weshalb ich nicht gut genug war, was mit mir nicht stimme.

Ich habe etwas abgenommen.  Das bißchen Druck heute reichte damit ich wieder fraß. Und jetzt, um halb zwölf Uhr Nachts, muß ich doch wieder saufen um wieder atmen zu können, um mein bloßes Sein ertragen zu können.

Natürlich habe ich sie geliebt, aber das Ausmaß meiner Abhängigkeit von ihr nicht erahnt. Vielleicht sie. Vielleicht ist sie deswegen gegangen.

Keine der Fragen macht einen Sinn. Letzten Endes werde ich sie fragen müssen, früher oder später, und selbst dann ihre Worte interpretieren müssen. Es gibt vieles, in dem sie gut war. Ist. Sich ihrer selbst klar zu sein oder ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, oder meine zu verstehen, gehört nicht dazu.

Ich bezweifle, daß sich das geändert hat.

Bestenfalls wird sie mir wahrscheinlich mit Aggression und Grobschlächtigkeit begegnen. Vielleicht auch ein bißchen als würde sie mich noch lieben. Ich werde sehen müssen, wenn es soweit ist.

Lieber würde ich mir die Adern öffnen als sie nach dem Grund zu fragen, weshalb sie sich letzten Endes nun wirklich von mir getrennt hat. Weshalb ihre Gefühle für mich vergangen sind.

Keine Antwort darauf zu haben macht mich wahnsinnig und treibt mich in den Tod. Sie zu bekommen wird mich vielleicht umbringen.

Es gibt keinen Bereich in meinem Leben, der nicht von ihr berührt wäre. Kein Tier kann ich sehen ohne an sie zu denken, von keiner politischen Entwicklung lesen ohne instinktiv mit ihr ein paar Worte darüber verlieren zu wollen, nicht essen, nicht kochen, nichts trinken, keinen Einkauf, keine Anschaffung tätigen ohne daß ich mich dabei mit an ihren Werten orientieren würde, jedes Husten würde eine Reaktion von ihr nach sich ziehen die ich genau weiß.

Nur sie ist nicht da.

Und alles, was ich war, hat sie mitgenommen.

Ich bin so leer. Hohl. Ein zerfranster Rand dessen Inhalt verlorenging.

 

...

 

Jetzt legt sich die Aufruhr langsam wieder, und ich fühle mich nur noch leer und dumpf. Selbst der Schmerz, der die neue Normalität stellt, ist nur noch stumpf im Hintergrund.

Vielleicht ist es der Alkohol. Vielleicht habe ich mich auch einfach ausgeweint.

Alles, was ich jetzt noch will, ist Frieden. Einfach keine Schmerzen mehr. Sonst spielt nichts mehr eine Rolle.

Tatsächlich spielt nichts mehr eine Rolle...

18.12.17 23:50


Hoffnungslos

Und was bedeuten deine Versprechen jetzt?

Nacht für Nacht rufe ich, und niemand antwortet.

Du lässt mich alleine.

Und warum?

Was habe ich falsch gemacht?

Was stimmt nicht mit mir?

Warum hast du nichts verlangt?

Wieso ist es dir so absolut unmöglich, dich irgendwie zu äußern?

Ich verstehe nicht, wie unser Leben dir sowenig bedeuten konnte.

Wir hatten soviel hinter uns. Tausendfach mehr vor uns.

Und alles war bedeutungslos?

 Wie kannst du das?

Wieso bin ich der einzige, dem das wir absolut alles war?

Es macht so furchtbar keinen Sinn.

Wir waren uns alles.

Du warst doch selbst mit allem dabei.

Ich kann mich doch nicht so irren?

Wie kannst du einfach gehen?

Wie ist dir das physisch möglich?

Ich wäre nicht fähig gewesen, und wenn mein Leben davn abhinge.

Aber du?

Tausend Jahre Vergangenheit, einfach so entwertet?

Das war unser Leben!

Das war MEIN Leben!

Wieso ist es deines nicht mehr?

Wie kann man sich selbst aus der Existenz amputieren?

Ich liebe dich so unsäglich.

Du warst mehr als nur mein Herz.

Du warst mein Leben.

Ich begreife nicht, wie deines einfach ohne uns fortfahren kann.

Wie kannst du ohne uns leben.

Ich kann es nicht...

11.12.17 02:49


Kollaps

Versuch war's wert. Aber noch viel zu früh zum schlafen.

Mich plagen furchtbare Kopfschmerzen.

Ich denke an meine Frau.

Natürlich denke ich an meine Frau.

Wann denke ich nicht an meine Frau...

Vor...gestern, glaube ich, bin ich vollständig kollabiert. Mein Kartenhaus der letzten Wochen ist zusammengefallen und hat mich für den gesamten Tag unter sich begraben. Ich kann nur vermuten weshalb.

Eine drastische Fehlkalkulation hat zu einer furchtbaren Drohung geführt, die mich exzessiv bewegt hat. Vielleicht das. Darüber hinaus gräbt mich die Dame an, mit der ich einen Roman schreibe in einem Forum. Was jenseits jeder Vernunft liegt. Vielleicht auch das.

Vielleicht beides.

Auf jeden Fall zuviel.

Ich bin so unsäglich müde.

Alles, was ich mir wünsche, ist die Augen zu schließen  und für immer zu schlafen. Ohne Alpträume. Ohne Müdigkeit. Ohne Schmerzen. Ohne einer Zukunft die außer Mühen und Sorgen nichts kennt.

Die Aufruhr der letzten Tage war zuviel. Was leicht ist, ist mir doch alles zuviel.

Nebenher hab ich bemerkt, daß ich finanziell doppelt so schlecht dastehe wie gedacht. Was mich zu Planänderungen führt. Was den Zeitrahmen für meine Frau ändert, während dem sie sich an unserem Haushalt  bedienen kann.

Sie wird nichts mitnehmen außer einige sehr wenige Dinge, die sie mitgebracht hat. Alles, was wir gemeinsam kauften, vielleicht mit Ausnahme des Fahrrads, wird sie nicht anfassen.

Ehrlich,ich weiß es.

Ich hab ihr in einigen Zeilen geschrieben,daß sich meine Pläne verändert haben und ich erst in vier mit maximal zwölf Wochen mehr weiß. Das erscheint mir halbwegs realistisch.

Wenn ich Glück habe, ätzt sie mich an, weil mein Trümmerhaufen von Leben ihr Unannehmlichkeiten bereitet. Was sie nicht tun wird. Sie wird sich sachlich zu den Umständen äußern und ich auch und das war's.

Ich hab seit zwei Tagen  fast nichts mehr getrunen. Habe ich deswegen solche Kopfschmerzen?

...

Nein. Wird nur schlimmer.

Sechs Uhr... mal sehen wie lange noch, bevor ich eine Runde schlafen kann...

 

Ich komm nicht darüber hinweg, daß ich angegraben werde.

Ich weiß nicht welcher talentlose Hollywoodschreiberling mein Leben in eine geschmacklose Tragikkomödie zu verwandeln sucht, aber bitte geh dich ins Knie ficken bevor ich mir den Hals aufschneide und dich dermaßen heimsuche, daß Poltergeist wie 'ne Samstagsnachmittagswerbung für Milchschnitte wirkt.

Alles, was ich noch will, ist meinen Frieden.

Und vielleicht 'ne Kugel.

5.12.17 06:15


Schleife

Ich bin zu nüchtern, ich fang schon wieder an über meine Frau nachzudenken.

Eines meiner größten Probleme ist immer noch, daß ich es nicht verstehe.

"Weil mir unser Sex langweilig geworden ist", ist doch kein Grund alles hinzuwerfen? Wir haben eine Million Pläne gehabt, und seit fünf Jahren die absurdesten Inkompatibilitäten bezwungen. Und dann, plötzlich, auf einmal, irgendwo zwischen "ich hab keine Lust auf Sex mit dir" (wohlgemerkt, nicht ekel oder gar Abneigung, tatsächlich lediglich mangelnder Enthusiasmus) und dem Weltuntergang muß doch irgendwas passiert sein, das sie von heute auf morgen dazu bewegte absolut alles fortzuwerfen, abzulehnen, nein, zu zertrümmern, was wir geplant haben. Meine Umschulung: plötzlich ein Todesurteil. Vorher noch willkommen geheißen! Antwort auf meine Frage: "Ich habe meine Meinung geändert." JA, NE. ECHT. Ehrlich? Ist mir nicht aufgefallen.

Seit ewigen Jahren steht  fest, daß wir nach Norwegen hochziehen. Jaaa, ne, ich soll bitte in der Übergangswohnung bleiben, die ich angemietet habe bis alle Formalitäten erledigt sind. Sie würde gern getrennt leben. Was bitte?

Wir schauen einfach mal, was sich dann entwickelt! ...wie, wir schauen mal, was sich entwickelt. Was soll sich entwickeln? Wir waren ein Paar, wir wollten eine Familie gründen! Alles, was wir die letzten Jahre getan haben, zielte darauf hinaus! WIE UM ALLES IN DER WELT SOLL ES MÖGLICH SEIN DAS WIEDER AUF NULL ZU SETZEN?! "Schauen wir mal, wie es sich entwickelt." Ich glaube meinen Ohren nicht!

 

Ist es ein Wunder, daß Warum? auf endlos läuft? Keine Platte kann so schön hängen wie mein Kopf.

 

 

Es geht mir einfach nicht in den Kopf. Nach all der gemeinsamen Zeit. Einfach so. Von heute auf morgen. Bumm.

Welchen Knall hab ich nicht gehört? Das muß ein Bombenteppich gewesen sein. Sowas geht doch nicht an einem vorbei?

Es ist mir unmöglich, einen Sinn zu sehen.

Alles weg.

Wegen nichts.

Bin ich tatsächlich einfach langweilig geworden?

Ist das überhaupt physisch möglich?!

 Ich verstehe es nicht.

3.12.17 02:22


Kapitulation

Okay, ich geb auf.

Es ist mir physisch unmöglich zu einem anderen Zeitpunkt zu schlafen als tagsüber.

Ich gehe ins Bett um zehn nachdem ich die Nacht vorher nicht geschlafen habe, schlafe bis um zwölf, werde wach, schaffe es nochmal einzuschlafen, bin um eins hellwach.

Ich gehe ins Bett um zwölf nachdem mir die Augen zufallen und ich ehrlich schon im Stuhl einschlafe, liege im Bett und wälze mich herum.

 

Es spielt keine Rolle, was ich mache. Uhrzeit, Zustand, Absichten, Vorbereitung - egal was ich variiere, das Ergebnis ist dasselbe. Ich schlafe Nachts nicht. Das Beste, das ich hinbekomme, sind etwas eskalierte Nickerchen von zwei bis drei Stunden. So wie früher tagsüber, nur bißchen länger. Wirklich schlafen, das heißt 5-6 Stunden, kann ich nur tagsüber.

5-6 Stunden, egal was ich mache. Ob ich vorher ein Schläfchen eingelegt habe oder nicht, vorher die Nacht durchgemacht habe oder nicht. In Einzelfällen sind es mal acht oder zehn. Einmal die Woche, oder einmal alle paar Wochen.

Die Zeit verschiebt sich auch immer weiter nach hinten. War es vorher ungefähr um sechs, wurde es dann irgendwann eher sieben, inzwischen sind wir ziemlich gut bei neun in der Früh.

 

Ich versteh's nicht, aber ich geb's ehrlich auch auf. Ich hab mehr als genug versucht und nichts scheint irgendeinen Einfluß zu haben außer der Tageszeit.

 

Gibt es eigentlich noch irgendwas, das Sinn macht? Anscheinend hat mein ganzes Leben einfach die Koffer gepackt und ist nach Absurdistan ausgewandert.

2.12.17 16:30


Langeweile

Es gäbe soviel zu tun. Leere Gläser, und damit meine ich nicht den Alkohol (der sowieso) sammeln sich langsam ehrlich an.

Kartons füllen die Ecke zum Fenster hin, und das in einem langsam doch leicht bedenklichen Ausmaß.

Ich sollte alles zusammenpacken und mal wegbringen.

Aber dazu müßte ich einen Fuß vor die Tür setzen. Und wozu das tun, wenn ich stattdessen auch auf dem Bett liegen und mich besaufen kann. Juhu.

Es gäbe genug zu tun, stattdessen renne ich ziellos auf und ab und gehe die Wände hoch, weil ich nichts zu tun habe. Nicht einmal trinken sagt mir zu. Abgesehen davon, daß mir schlecht wird langsam und der Effekt drastisch nachzulassen scheint.

Ich brauche eine neue Beschäftigung. Womit ich die letzten Paar Wochen die Zeit totgeschlagen habe nutzt sich langsam ehrlich ab, zudem gibt es nichts womit ich es ersetzen könnte. Kein Interesse an nichts.

Null.

Gar keins.

Schlimm...

Bißchen verwirrend ist, daß mir dennoch langweilig sein kann.

Was unsinnig ist. Ist das nicht die Definition von Langeweile?

Meine physische Gebrechlichkeit ist zunehmend von Nachteil. Unter anderen Bedingungen könnte ich mich um fünf oder sechs in der Früh  in eine Bäckerei setzen, einen Kaffee trinken und ein bißchen frische Luft atmen. Aber in meinem Zustand ist mir lieber nach Tür zumauern.

Nicht, daß ich das getan hätte, als ich noch gekonnt hätte. Auch da habe ich mit gedanklich mit Stadtbummeln  gespielt. Und dann doch lieber die Existenz der Welt ignoriert.

Es gibt Grund zur Annahme, daß sich daran nichts geändert hat. Unabhängig von der bisher verstrichenen Zeit.

Tatsächlich, wenn ich darüber nachdenke, bleibt mir nichts anderes üblich als mir tatsächlich die Birne zuzukippen, mich ins Bett zu legen, die Füße hochzulegen (tut den geschwollenen Dingern echt gut) und darauf zu warten daß ich dermaßen am Boden zerstört und der Schmerz so unerträglich geworden ist, daß selbst der dümmste Scheiß als lohnenswerte Alternative erscheint.

 

Bald werde ich meinen Scheiß zusammenpacken müssen.

Tatsächlich etwas, wovor ich mich fürchte. Wie soll ich die Energie dazu aufbringen, wenn ich mich nicht mal aus dem Bett aufraffen kann.

Ich kann es nur auf morgen verschieben,  und hoffen daß irgendwo zwischen hier und Ultimo ein Zeitpunkt liegt, zu dem ich es auf die Reihe bekomme.

Hm.

Gott sei Dank muß ich sowieso bis Montag warten...

 

Es ist viertel vor fünf. Ich könnte auch versuchen zu schlafen.

Bahahahah.

Ja. Genau.

 

Addendum:

Kein Wort von meiner Frau.

Auch von mir nicht an sie, aber ich bin auch nicht der, der alles hingeworfen hat.

Auf akademischer Ebene ist mir bewußt, daß ich nichts zu erwarten habe.

Auf emotionaler Ebene ist es hochgradig ernüchternd.

Zumindest eine Reaktion.

Vorher habe ich mir einige Bilder von ihr angesehen. Sie etwas vermißt. Aber kaum  darüber hinaus. Ich fühle mich so stumpf, ich kann nicht einmal mit Sicherheit sagen ob ich überhaupt noch lebe.

2.12.17 04:40


Realitätsverlust

Draußen liegt Schnee.

Das ist mir gar nicht aufgefallen.

Jetzt verstehe ich auch, daß ich über Schnee gelesen habe vor kurzem. Ich dachte mir, wie lustig, muß irgendwo im Norden sein.

Ich frage mich, seit wann schon Schnee liegt.

 Wie lange habe ich nicht mehr aus dem Fenster geschaut?

Um Himmels Willen.

1.12.17 07:32


Abschied

Mein Reisekoffer ist da.

Alles, was ich habe. Alles, was ich bin, passt da hinein.

Ich nehme sonst nichts mit. Ich kann nicht.

Es ist halb sechs Uhr in der Früh und Schlaf ist mir unmöglich. Die letzten Tage habe ich  es gar nicht versucht, habe mir den Kopf mit Nonsens gefüllt und mit Alkohol, und ihn darüber hinaus leer gehalten.

Heute hatte ich nicht die Option.

Also versuche ich zu schlafen. Aus Mangel an Optionen.

Alles beginnt gut, ich habe mich stark angtrunken, die Gedanken sind entspannt genug, schweifen irgendwo hin, ich schlafe fast ein.

Plötzlich ist meine Frau da.

Ich rufe nach ihr.

Nein, doch nicht. Ich weiß, wie schlimm der Schmerz sein wird.

Ich rufe nach ihr.

Nein, meine Lippen schließen sich wieder.

Ich rufe nach ihr. Es nicht zu tun ist unerträglich.

Ich rufe leise. Niemand antwortet. Der Schmerz ist ebenso unerträglich. Er schneidet so tief, als wäre ich Butter. Ich warte. Niemand kommt. Sie pausiert nicht ihr Computerspiel, ruft nicht zurück, kommt auf den zweiten Ruf nicht in das Schlafzimmer, fragt nicht liebevoll was denn sei, ich habe nicht Gelegenheit ihr zu antworten daß nichts sei, daß ich sie lediglich vermisse, sie legt sich nicht kurz zu mir ins Bett, wir schmusen nicht für eine Weile, flüstern einander nicht warme Nichtigkeiten zu, ich denke an unsere gemeinsame Zukunft, aber ich spiele was-wäre-wenn, ich fühle mich nicht wie der glücklichste Mensch der Welt, die Frau, die ich als Mutter meiner Kinder wollte, wird nicht meine Kinder tragen. Sie hat mich verlassen, kurz vor der Heirat, weil ihr die Möse gejuckt hat, und ich langweilig wurde. Oder so. Ich weiß es nicht. Ich habe nur Worte, und sie ergeben keinen Sinn.

Ich vermisse meine Frau. Ich kann nicht ohne sie sein. Es sind fast zwei Monate her und es hat sich nichts geändert. Es kann sich nichts ändern, ich verharre, bin starr, rege mich nicht. Ich warte  immer noch darauf, daß ich aufwache und alles nur ein Alptraum ist.

Ich rufe leise. Sie hält inne, pausiert das Spiel, lauscht, ruft ein liebevolles, leises, horchendes "Jaah?", und ich rufe nochmal, sie ruft zurück, steht auf, kommt ins Schlafzimmer, fragt mich was denn ist, ich erkläre ihr, ich hätte eben den furchtbarsten Alptraum gehabt, und erzähle ihr in groben Zügen die letzten vier bis acht Wochen, sie schimpft mich zärtlich, kommt für eine Weile mit ins Bett, und ich bin glücklich, bin zufrieden, wir kuscheln und ich lege meine Hände auf ihren Bauch, stelle mir unsere Kinder darin vor, denke an unsere Zukunft, was alles aussteht, was alles notwendig wird, schmiede Pläne, liebe meine Frau, fühle mich wie der glücklichste Mann der Welt und verstehe nicht, wie sie mich nur so lieben kann.

Zeit verstreicht.

Ich wache nicht auf.

Nochmal rufe ich.

Wieder bleibt es ungehört.

 Ich blättere durch ein halbes dutzend Drehbücher, allesamt schön, allesamt gelogen. Ich ertrage es nicht mehr, stehe auf. Saufe, bis ich fast kotze. Versuche nochmal zu schlafen.

Häufig ist der Schmerz morgens  schon unerträglich. Ich wache auf, gehe ins Bad, komme zurück, trinke beim Gang durch mein Schlafzimmer einen Schluck oder drei aus der Flasche neben dem Bett, mache den Computer an oder wecke ihn aus dem Ruhemodus, trinke aus einer der Flaschen hier noch ein paar weitere Schlucke bis mein Kopf matschig genug ist, daß sich alles relativiert.

Tagsüber hält es sich die Waage. Ich habe Mittel und Wege gefunden, mir die Zeit totzuschlagen. Auf die eine oder andere Weise. Nachts, spät Nachts, früher Morgen, Morgen. Das sind die Stunden, die wieder häßlich werden.

So wie jetzt,

So wie jede Nacht.

29.11.17 05:55


Scham

Ein Kiesel reicht für die größte Lawine.

"Ich brauch neuen Alkohol.", denke ich mir und stelle fest, daß ich die letzte, noch volle Flasche öffne. Alles andere ist leer oder so gut wie. Ich vermute, daß ich fünf Flaschen brauchen werde, um für die nächste Zeit über die Runden zu kommen und befürchte für einen Augenblick, daß das seltsame Reaktionen hervorrufen könnte.

Dann kommt mir in den Sinn, daß mein Einkaufsverhalten seit bald zwei Monaten sich um einhundertachtzig Grad gedreht haben. Tiefkühlpizzen und Wurst statt Gemüse und Hüttenkäse, Limonade statt Tee, flaschenweise Alkohol statt Milch und Joghurt und Beeren und Mixer. Wahllos, statt öko und bio und deutsch oder europäisch.

Und dann kommt mir in den Sinn, daß ich ein Konstrukt aus Übergewicht bin. Ein Fleischgolem. Und ich höre auf, mir Gedanken zu machen.

Die Wohnung ist gekündigt auf Ende Januar, Ende Dezember werde ich sie schon verlassen. Meine Frau und das Entrümpelungsunternehmen sollen sich um darum kümmern, was ich zurücklasse.

Ich denke nur noch selten an meine Frau. Womit ich x-mal am Tag meine. Aber immer nur flüchtige Berührungen, bevor ich zurückzucke.

Ich denke, das ist der Grund, weshalb jeder Verlust so furchtbar vermindert. Man läßt zurück, was einen an ihn erinnert. Zusätzlich zu dem, was der Verlust von einem ohnehin schon mitnimmt.

Was zurück bleibt, ist der Bodensatz.

29.11.17 02:39


Inzestkrüppel

Ich muß gestehen, daß ich meinen physischen Verfall mit einer gewissen Faszination beobachte. Aus rein akademischem Interesse.

Mein linker Fuß (der besonders aufgeblähte) macht die kuriosesten Dinge. Der Zehennagel des großen Zehs ist brüchig und zersplittert beim zwicken. Und an der Außenseite hat er eine dicke, rissige Hornhaut entwickelt, die permanent juckt. Der rechte Fuß hat ähnliche Symptome, in allen Belangen, aber erheblich weniger ausgeprägt. Ein Viertel? Maximalst ein Drittel. Das Wasser staut sich ein wenig bis in die Unterschenkel.

Eben habe ich mich im Spiegel angesehen. Ich kenne nicht mich. Ich sehe aus wie eine Attraktion einer Monstrositätenschau. Sowas sieht man normalerweise nur im Internet. Ich habe Speckfalten, wo bei Gott keine sein sollten, mein Bauch ist vollkommen disproportional und nimmt einen Anteil meiner Gesamtmasse ein, der letzten Endes einfach nur mehr verwirrt als alles andere.

Mein letzter (zugegebenermaßen ausgiebiger) Einkauf war ein Spießrutenlauf. Ich lag eine Viertelstunde auf dem Bett und schnappte nach Atem. Die letzten fünfzig Meter bis in die Wohnung haben mich der Ohnmacht nahegebracht. Ich weiß, daß mein Gesamtgewicht inklusive Rucksack in Norwegen ähnlich war, und dort habe ich Kilometer damit zurückgelegt. Über Berge. Die Rückschlüsse sind absolut faszinierend.

Ich war noch nie in meinem Leben mit einer solche Situation konfrontiert.

Der Alkohol scheint soweit keine Wirkung zu haben. Nicht, daß ich Erfahrung damit hätte. Mir drängt sich lediglich nichts auf. Ich verbringe viel Zeit mit Kopfschmerzen, aber die können auch an meiner Isolation liegen. Rücken- und Nackenschmerzen sollten damit auch nichts zu tun haben. So exzessiv die Mengen für mich auch sein mögen, ich vermute daß sie in Relation nur marginal über 'kläglich' hinausreichen, insofern sollten sich physische Manifestationen noch Zeit lassen. Psychische kann ich nicht beurteilen. Ich verbringe signifikante Anteile  des Tages in Zuständen die nicht mehr als nüchtern definiert werden dürften, wie ich vermute. Das ist beabsichtigt und Ziel des Konsums.

 

Hah. Ich hätte es fast vergessen. Meine Frau hat sich bei mir gemeldet. Wir hatten, so wie, vier Nachrichten oder so. Sie will Anfang Dezember Kram abholen. Ich habe naturgemäß kein Bedürfnis mich in diesem Zustand irgendwem zu zeigen, selbst Einkäufe geschehen erst wenn mir der Magen in den Kniekehlen hängt. Also habe ich ihr ein Zeitfenster im Januar genannt, wenn ich nicht mehr hier bin. Sie fragte an, ob Anfang Dezember nicht ginge. Ich verneinte. Sie fragte nach ob ich das Zelt (mit dem wir in Island und Norwegen waren) nicht wieder zurück wolle. Ich verneinte.

Gespräch beendet.

Tendenziell werde ich ihr Zeitfenster nochmal verändern müssen, aber, in Gottes Namen,  so isses halt. Gott weiß, ich hätte nichts gegen so manche Alternative.

Es ist ein bißchen seltsam, ich sollte am Boden zerstört sein. Und natürlich tut es weh. Aber irgendwie registriere ich sie gar nicht so richtig als meine Frau. Wahrscheinlich ist mein Rausch einfach zu dicht, um da klar denken zu können. Und nein, ich rede nicht vom  Alkohol.

Das erinnert mich an meine wirkliche Frau. (Die, die ich nicht psychisch geschädigt von der Person dissoziiere mit der ich im Moment zu tun habe.) Ich ertrage es nicht, daß sie nicht mehr Teil Dreh- und Angelpunkt meines Lebens ist.

24.11.17 04:17


āwizzigī

Schlaf ist eine physische Unmöglichkeit.

Zehn. Zwölf. Zwei. Vier. Sechs. Egal wann ich mich hinlege, ich kann nicht schlafen. Ich besaufe mich vorher, kein Effekt. Ich fresse mich ins Koma, kein Effekt.  Ich lese bis mir die Augen zufallen, kein Effekt. Sobald ich mich herumrolle und entspanne, fange ich an zu denken. Und egal wohin ich meine Gedanken lenke, früher oder später entgleiten sie zu meiner Frau.

Und sind sie mir zu meiner Frau entglitten, dauert es nicht mehr lange bis sie mir entgleisen.

Spätestens dann ist an Schlaf nicht mehr zu denken.

Das Gedankenkarussell beginnt sich zu drehen, die ewigselben Gedanken kreisen, und die Spirale führt nur abwärts, abwärts, abwärts.

Ich stöhne, ächze, winde und wende mich, meine Hölle wird immer schlimmer, kein Frieden, keine Erlösung, die Schmerzen unerträglich, Zwiegespräche, tausend Phantasien, Gedankenspiele  noch und nöcher, der Schmerz wird unerträglich und irgendwann springe ich auf, eile durch die Wohnung und saufe bis ich stumpf genug bin um nicht mehr am Leben zu sterben.

Über vier Wochen und der Schmerz ist so unerträglich wie am ersten Tag.

Ich würde lachen, wenn ich nicht so freudlos wäre. Jahrzehnte meines Lebens hab ich mich gewundert, ob ich jemals wieder wirklich lieben werde.

Dann mache ich es - und werde prompt abgesägt.

Immer wieder erkläre ich, daß ich es nicht verstehe. Nicht glauben kann. Und denke mir, daß ich es hätte besser wissen sollen. Erwarten sollen, daß sie mich genauso absägt, abrupt, unerbittlich, unmenschlich, wie alles andere in ihrem Leben, was ihr je zu nahe getreten ist.

Und ich habe es erwartet!

Ich habe es doch erwartet!

Jahrelang!

Ein halbes Jahrzehnt habe ich darauf gewartet!

NIE HAT SIE MIR GRUND GEGEBEN SIE ANZUZWEIFELN.

Und dann liebe ich sie, mit ganzem Herzen, liebe sie, brauche sie, will sie zur Frau haben, will sie als Mutter meiner Kinder.

Und sie erklärt mir, ja, ne, der  Sex ist langweilig geworden. Besser doch nicht.

...was?

Und überhaupt ist alles scheiße.  Und wir sollten eigene Wohnungen und Leben haben. Aber in Kontakt bleiben. Vielleicht wird's ja nochmal was! Ist ja keine Trennung oder so.

WAS?

WAS???

Wer ist diese Verrückte? Wer hat meine Frau mit diesem Monster ausgetauscht?

Wo ist der Mensch, der mich bedingungslos geliebt hat für all die Jahre, mit dem ich eine Billion gemeinsame Erinnerungen verbinden, der mein Leben geworden ist?

Ich werde nicht nochmal von vorne anfangen. Ich bin es satt und leid und zu alt, und ich werde mein Herz ohnehin nur wieder an die Falsche vergeben.

Dann lieber Nichts.

21.11.17 06:28


Vorratslagerung

Eben hab' ich mir ein Haar meiner Frau aus dem Mund gezogen.

 

Gott weiß, woher die kommen...

20.11.17 21:37


Frist

Finanzen sehen schlecht aus. Ende Dezember ist Ultimo.

Mal sehen, wie es sich machen läßt. Notfalls scheiß ich auf alles. Nicht zwingend, was ich wollte, aber interessanterweise wird es mir im Endeffekt tatsächlich und wahrhaftig egal sein, insofern sind die Prioritäten dann doch sehr variabel.

 

Die letzten Tage habe ich in einer  Illussion verbracht. Tatsächlich einer guten, hat mich die Realität zu weiten Teilen vergessen lassen. Nicht vollständig, natürlich, aber zweckdienlich genug.

Selbstverständlich holt mich die Realität ein, war nur eine Frage der Zeit. Aber es reicht, stichprobenartig nach ihr zu sehen. Wobei langsam organisatorisches anfällt. Dem muß ich mich dann doch grundsätzlicher widmen.

 

Es ist erstaunlich viel Zeit vergangen inzwischen. Fühlt sich alles an wie gestern, aber meine Tage sind voneinander nicht zu unterscheiden und mein Zeitgefühl löst sich auf wie billiger Garn. Insofern überrascht mich ein Blick auf den Kalender.

 

Die Haushaltsauflösung wird unangenehm. Eben die Feinplanung begonnen, und es gibt unzählige Variablen zu bedenken.

Die nächsten Tage werde ich mit den Vorbereitungen beginnen müssen. Eine Ferienwohnung als Zwischenstop  buchen, ein Unternehmen mit der Haushaltsauflösung beantragen, meiner Frau Daten nennen innerhalb welcher sie hier erscheinen und persönliche Objekte abholen kann (das könnte furchtbar werden, aber ich vermute eher daß es lediglich eine Empfangsbestätigung der Information als Rückantwort geben dürfte, zumindest mit ein bißchen Glück), vieles muß gekündigt werden und Bankkonten mitgeteilt. Was übrig bleibt, kann sie alles haben. Ich habe keinerlei Verwendung mehr für irgendwas.

Gott sei Dank verbringe ich verhältnismäßig wenig Zeit vollständig nüchtern, sonst hielte ich den Unsinn im Kopf nicht aus.

 

Ich kann's noch immer nicht glauben. Jeden Augenblick werde ich aufwachen und mir an die Stirn fassen, wie man nur so absurden Unsinn träumen kann.

Real doch von all dem nichts.

19.11.17 05:53


Kinderficker

Ich erwarte natürlich nichts von der Industrie, und würde ich jemals auf einen Fall stoßen in der sie auf ihrer Queste der Gewinnmaximierung irgendeine Form von Hemmung irgendeiner Unmenschlichkeit gegenüber zeigt, fiele ich vom Glauben ab.

 Meine Ansprüche sind also ziemlich niedrig.

 

Aber der Nuß-Nougat-Vodka, der entsetzt mich.

 

Der Herr sei unserer Seele gnädig. Unsere Sünde kennt keine Grenzen...

 

 

 

Addendum: scheiße ist das Zeug geil in Milch.

Ich Monstrosität.

18.11.17 00:07


Finale

Letzten Endes sterben wir alle einsam und ohne Trost.

Irgendwie angemessen.

17.11.17 05:32


Mein Gott, Walther.

Guter Gott. Laß mich halt mal schlafen ohne daß ich vollkomatös am Rande des Kreislaufkollaps dahinvegitiere.

Wehe mir, wenn ich die Unverschämtheit besitze mich hinzulegen. Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau.

Fünf bis dreissig Minuten später stehe ich wieder.

Den Computer mache ich schon gar nicht mehr aus. Wird eh nur ständig wieder angemacht. Schlafe ich tatsächlich doch mal ein, läuft er halt durch. Wen interessiert's.

 

Ich sollte mir 'ne Glotze anschaffen. Dann kann ich mir das Hirn abtöten und dabei im Bett liegen.

Oder auch nicht. Ich hatte seit zwanzig Jahren keinen Fernseher mehr, und die einzigen wenigen male der letzten Jahre habe ich natürlich mit meiner Frau davorgesessen.

Was auch sonst.

Ich kann mir ja nicht mal den Arsch wischen, ohne an sie zu denken.

Im Ernst.

Ich hab mir den Ultra-Deluxe vierlagigen Kinderseelenflausch mitgenommen und ihr spaßeshalber die Arschraspel in die Hand gedrückt. Haben zehn Minuten herumgeblödet deswegen.

Das Zeug liegt immer noch unter der Klospüle.

Jedesmal, wenn ich beim scheißen links schaue, denke ich dran.

 

Kein Wunder, daß ich mich besaufe. Hält man doch im Kopf nicht aus.

 

Sechs in der Früh. Normalerweise  sollte ich schon todmüde sein, und gegen acht dann endlich umfallen.

Bestenfalls bin ich leicht schläfrig.

Ich bin geneigt meinen Zeitplan zu beschleunigen. Den Scheiß mutet man ja keinem Köter zu.

16.11.17 06:01


Arschlecken

Seit fünfundvierzig Minuten wach, stockbesoffen, und ein niedliches Video über ein kleines Mädchen dessen Vater ich nie sein werde bricht mir das Herz.

 

Ich geh wieder ins Bett.

15.11.17 10:42


Degeneration

Mein Körper verfällt.

Daran habe ich gar nicht gedacht.

 

Mein linker Fuß ist zu einer unförmigen, prallen Wurst geschwollen. Der rechte Fuß ist ebenfalls betroffen. Aber mein Linker ist nicht wiederzuerkennen.

Ich habe es nur bemerkt, weil ich schauen wollte weshalb meine Haut so spannt. Tat sie schon seit Tagen, ich habe mich nie darum gekümmert. Als ich es mir dann ansah, traf mich fast der Schlag.

Das ist inzwischen eine knappe Woche her, oder so. Mein Zeitgefühl wird zunehmend unzuverlässiger.

 

Ich kann nicht ins Erdgeschoß und zurück, ohne zu schnaufen wie ein Walroß. Mein letzter Einkauf war eine Erregung öffentlichen Ärgernisses. Mein Gang ist unsicher, mein Rücken schmerzt, permanent außer Atem, schmerzende Knie, mein Körper ächzt unter seinem eigenem Gewicht.

In Norwegen habe ich deutlich mehr auf dem Buckel getragen.

 

Inaktivitätsatrophie. Ich wüßte keine bessere Erklärung.

Seit über vier Wochen bin ich quasi bettlägrig. Der Muskelabbau muß dramatisch sein. Die geschwollenen Füße erklärt mir das zwar nicht, aber ich habe keinen Zweifel daß sie Symptom derselben Ursache sind.

 

Auf die Idee, das mich das zum Krüppel macht, bin ich überhaupt nicht gekommen. Körperlicher Verfall war nie Thema in meinem Leben. Die bloße Idee, daß mein Leib nicht mehr funktional sein könnte, war mir fremd.

 

Ich steuere gegen. Wenn ich bis spätestens gegen Neujahr rum tatsächlich die Wohnung verlasse, brauche ich einen rudimentär funktionalen Körper.

Was nicht alles plötzlich zum Problem wird...

 

Bezüglich meiner Frau hat sich nichts geändert. Leichenstarre. Berühre ich sie, suchen mich alle Dämonen meiner Seele heim. Vermeide ich sie, vermeide ich es auch zu existieren.

Heute habe ich für eine Minute an mein Leben mit ihr zurückgedacht und an die Zukunft, die wir hatten.

Der Schmerz bleibt unerträglich.

Ich kann es immer noch nicht glauben.

15.11.17 03:05


kostenlos/umsonst

Eines meiner größten Ärgernisse ist, wie all die letzten Jahre umsonst waren. Damit meine ich natürlich nicht meine Frau und ihre Zeit mit ihr. Ich meine all die Arbeit. All die Ausgaben. All die Investition. Emotional, ja, finanziell, natürlich, aber auch der blanke, bloße Aufwand.

Mein Gott habe ich an mir und der Welt geackert. All die Intention, all die Planung, all die Vorbereitung, all die gestellten Weichen, alles was in Stellung gebracht wurde.

Und dann all die Kompromisse, Konzessionen, all die gottverdammte ARBEIT.

Puff.

Ich fass was an, werf einen beliebigen Blick,  - umsonst.

 

 

Das erinnert mich an mein Spiegelbild im Bad. Ein kurzer Satz Selbstgespräch. Jetzt bin ich wieder nichts mehr wert.

Das hat mich flüchtig nachdenken lassen. Alles, was ich war, war ich für das uns. Für meine Zukunft als Ehemann, als Vater, als Rädchen der Gesellschaft.

Natürlich alles hinfällig jetzt.

Lustigerweise finde ich es nicht schlimm.

Es hat mich stolz sein lassen.

Ich mochte diesen Platz.

Unsere Beziehung war, sagen wir, in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich genug, daß in diesen Dingen keine Langeweile zu befürchten war.

Tendenziell eher ein wenig im Gegenteil, wenn man ehrlich ist.

Aber das spielt gar keine so große Rolle.

Von Bedeutung ist doch nur, daß ich damit glücklich war.

 

 

Guter Gott...

14.11.17 03:26


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