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Frist

Finanzen sehen schlecht aus. Ende Dezember ist Ultimo.

Mal sehen, wie es sich machen läßt. Notfalls scheiß ich auf alles. Nicht zwingend, was ich wollte, aber interessanterweise wird es mir im Endeffekt tatsächlich und wahrhaftig egal sein, insofern sind die Prioritäten dann doch sehr variabel.

 

Die letzten Tage habe ich in einer  Illussion verbracht. Tatsächlich einer guten, hat mich die Realität zu weiten Teilen vergessen lassen. Nicht vollständig, natürlich, aber zweckdienlich genug.

Selbstverständlich holt mich die Realität ein, war nur eine Frage der Zeit. Aber es reicht, stichprobenartig nach ihr zu sehen. Wobei langsam organisatorisches anfällt. Dem muß ich mich dann doch grundsätzlicher widmen.

 

Es ist erstaunlich viel Zeit vergangen inzwischen. Fühlt sich alles an wie gestern, aber meine Tage sind voneinander nicht zu unterscheiden und mein Zeitgefühl löst sich auf wie billiger Garn. Insofern überrascht mich ein Blick auf den Kalender.

 

Die Haushaltsauflösung wird unangenehm. Eben die Feinplanung begonnen, und es gibt unzählige Variablen zu bedenken.

Die nächsten Tage werde ich mit den Vorbereitungen beginnen müssen. Eine Ferienwohnung als Zwischenstop  buchen, ein Unternehmen mit der Haushaltsauflösung beantragen, meiner Frau Daten nennen innerhalb welcher sie hier erscheinen und persönliche Objekte abholen kann (das könnte furchtbar werden, aber ich vermute eher daß es lediglich eine Empfangsbestätigung der Information als Rückantwort geben dürfte, zumindest mit ein bißchen Glück), vieles muß gekündigt werden und Bankkonten mitgeteilt. Was übrig bleibt, kann sie alles haben. Ich habe keinerlei Verwendung mehr für irgendwas.

Gott sei Dank verbringe ich verhältnismäßig wenig Zeit vollständig nüchtern, sonst hielte ich den Unsinn im Kopf nicht aus.

 

Ich kann's noch immer nicht glauben. Jeden Augenblick werde ich aufwachen und mir an die Stirn fassen, wie man nur so absurden Unsinn träumen kann.

Real doch von all dem nichts.

19.11.17 05:53


Kinderficker

Ich erwarte natürlich nichts von der Industrie, und würde ich jemals auf einen Fall stoßen in der sie auf ihrer Queste der Gewinnmaximierung irgendeine Form von Hemmung irgendeiner Unmenschlichkeit gegenüber zeigt, fiele ich vom Glauben ab.

 Meine Ansprüche sind also ziemlich niedrig.

 

Aber der Nuß-Nougat-Vodka, der entsetzt mich.

 

Der Herr sei unserer Seele gnädig. Unsere Sünde kennt keine Grenzen...

 

 

 

Addendum: scheiße ist das Zeug geil in Milch.

Ich Monstrosität.

18.11.17 00:07


Finale

Letzten Endes sterben wir alle einsam und ohne Trost.

Irgendwie angemessen.

17.11.17 05:32


Mein Gott, Walther.

Guter Gott. Laß mich halt mal schlafen ohne daß ich vollkomatös am Rande des Kreislaufkollaps dahinvegitiere.

Wehe mir, wenn ich die Unverschämtheit besitze mich hinzulegen. Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau Frau.

Fünf bis dreissig Minuten später stehe ich wieder.

Den Computer mache ich schon gar nicht mehr aus. Wird eh nur ständig wieder angemacht. Schlafe ich tatsächlich doch mal ein, läuft er halt durch. Wen interessiert's.

 

Ich sollte mir 'ne Glotze anschaffen. Dann kann ich mir das Hirn abtöten und dabei im Bett liegen.

Oder auch nicht. Ich hatte seit zwanzig Jahren keinen Fernseher mehr, und die einzigen wenigen male der letzten Jahre habe ich natürlich mit meiner Frau davorgesessen.

Was auch sonst.

Ich kann mir ja nicht mal den Arsch wischen, ohne an sie zu denken.

Im Ernst.

Ich hab mir den Ultra-Deluxe vierlagigen Kinderseelenflausch mitgenommen und ihr spaßeshalber die Arschraspel in die Hand gedrückt. Haben zehn Minuten herumgeblödet deswegen.

Das Zeug liegt immer noch unter der Klospüle.

Jedesmal, wenn ich beim scheißen links schaue, denke ich dran.

 

Kein Wunder, daß ich mich besaufe. Hält man doch im Kopf nicht aus.

 

Sechs in der Früh. Normalerweise  sollte ich schon todmüde sein, und gegen acht dann endlich umfallen.

Bestenfalls bin ich leicht schläfrig.

Ich bin geneigt meinen Zeitplan zu beschleunigen. Den Scheiß mutet man ja keinem Köter zu.

16.11.17 06:01


Arschlecken

Seit fünfundvierzig Minuten wach, stockbesoffen, und ein niedliches Video über ein kleines Mädchen dessen Vater ich nie sein werde bricht mir das Herz.

 

Ich geh wieder ins Bett.

15.11.17 10:42


Degeneration

Mein Körper verfällt.

Daran habe ich gar nicht gedacht.

 

Mein linker Fuß ist zu einer unförmigen, prallen Wurst geschwollen. Der rechte Fuß ist ebenfalls betroffen. Aber mein Linker ist nicht wiederzuerkennen.

Ich habe es nur bemerkt, weil ich schauen wollte weshalb meine Haut so spannt. Tat sie schon seit Tagen, ich habe mich nie darum gekümmert. Als ich es mir dann ansah, traf mich fast der Schlag.

Das ist inzwischen eine knappe Woche her, oder so. Mein Zeitgefühl wird zunehmend unzuverlässiger.

 

Ich kann nicht ins Erdgeschoß und zurück, ohne zu schnaufen wie ein Walroß. Mein letzter Einkauf war eine Erregung öffentlichen Ärgernisses. Mein Gang ist unsicher, mein Rücken schmerzt, permanent außer Atem, schmerzende Knie, mein Körper ächzt unter seinem eigenem Gewicht.

In Norwegen habe ich deutlich mehr auf dem Buckel getragen.

 

Inaktivitätsatrophie. Ich wüßte keine bessere Erklärung.

Seit über vier Wochen bin ich quasi bettlägrig. Der Muskelabbau muß dramatisch sein. Die geschwollenen Füße erklärt mir das zwar nicht, aber ich habe keinen Zweifel daß sie Symptom derselben Ursache sind.

 

Auf die Idee, das mich das zum Krüppel macht, bin ich überhaupt nicht gekommen. Körperlicher Verfall war nie Thema in meinem Leben. Die bloße Idee, daß mein Leib nicht mehr funktional sein könnte, war mir fremd.

 

Ich steuere gegen. Wenn ich bis spätestens gegen Neujahr rum tatsächlich die Wohnung verlasse, brauche ich einen rudimentär funktionalen Körper.

Was nicht alles plötzlich zum Problem wird...

 

Bezüglich meiner Frau hat sich nichts geändert. Leichenstarre. Berühre ich sie, suchen mich alle Dämonen meiner Seele heim. Vermeide ich sie, vermeide ich es auch zu existieren.

Heute habe ich für eine Minute an mein Leben mit ihr zurückgedacht und an die Zukunft, die wir hatten.

Der Schmerz bleibt unerträglich.

Ich kann es immer noch nicht glauben.

15.11.17 03:05


kostenlos/umsonst

Eines meiner größten Ärgernisse ist, wie all die letzten Jahre umsonst waren. Damit meine ich natürlich nicht meine Frau und ihre Zeit mit ihr. Ich meine all die Arbeit. All die Ausgaben. All die Investition. Emotional, ja, finanziell, natürlich, aber auch der blanke, bloße Aufwand.

Mein Gott habe ich an mir und der Welt geackert. All die Intention, all die Planung, all die Vorbereitung, all die gestellten Weichen, alles was in Stellung gebracht wurde.

Und dann all die Kompromisse, Konzessionen, all die gottverdammte ARBEIT.

Puff.

Ich fass was an, werf einen beliebigen Blick,  - umsonst.

 

 

Das erinnert mich an mein Spiegelbild im Bad. Ein kurzer Satz Selbstgespräch. Jetzt bin ich wieder nichts mehr wert.

Das hat mich flüchtig nachdenken lassen. Alles, was ich war, war ich für das uns. Für meine Zukunft als Ehemann, als Vater, als Rädchen der Gesellschaft.

Natürlich alles hinfällig jetzt.

Lustigerweise finde ich es nicht schlimm.

Es hat mich stolz sein lassen.

Ich mochte diesen Platz.

Unsere Beziehung war, sagen wir, in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich genug, daß in diesen Dingen keine Langeweile zu befürchten war.

Tendenziell eher ein wenig im Gegenteil, wenn man ehrlich ist.

Aber das spielt gar keine so große Rolle.

Von Bedeutung ist doch nur, daß ich damit glücklich war.

 

 

Guter Gott...

14.11.17 03:26


F44.81

Derselbe Geist meidet jeden Kontakt mit meiner Frau, weil ihr Verlust ein radioaktives Brachland des Schmerzes ist, das nicht nur keine Hoffnung spendet, sondern langsam verenden lässt.

Und kämpft genau für diesen Schmerz als bräuchte er ihn wie die Luft zum atmen, ist er doch das einzige was mir von meiner Frau geblieben ist, und gänzlich ohne sie zu sein ist schlimmer als von ihr verlassen zu sein.

Selten ist Göthe so angebracht. Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust.

13.11.17 20:27


Schminke

Meine letzten Tage waren mit einer dünnen Schicht Normalität bestrichen. Sie kann den Verfall darunter nicht verdecken, aber das Schauspiel erleichtern.

Zeitgleich ist es Erleichterung auf Zeit. Was ich jetzt zusammenraube und aneinanderlege, um einige Tage andeutungsweiser Gleichmäßigkeit zu erzeugen, werde ich wahrscheinlich bald bitterlich bezahlen.

Das ist der zweite Tag, an dem ich durchgehend nüchtern bin. Gleichzeitig fühlt es sich an, als bröckle mir unter der Lüge die Welt weg. Es ist zu erwarten, daß ich in absehbarer Zeit einen sehr intensiven, schlechten Tag haben werde.

Vermutlich, weil ich die Leere in der Lüge nicht ertrage. Ich sehne mich nach Wahrheit, doch die Wahrheit ist Tod und Schmerz. Und doch stranguliert mich Loch in mir, das Verbot von falschen und gefährlichen Gefühlen. Lieber das Verderben in der verwüsteten Ödnis meines Lebens ohne meiner Frau als die bizarre Pastellwelt, in der sie nicht existiert. Es fehlt mir mehr wenn ich mich ihr verweigere, als wenn ich mich ihrem Verlust aussetze.

Beides ist nicht lebenswürdig.

Aber eines ist wenigstens richtig. Das andere ist einfach falsch.

Und doch ist es nicht unangenehm. Auf anderer Basis, aus einer anderen Perspektive heraus. Was könnte sein, wenn nicht wäre was ist. Eine Prise Schönheit und Normalität, wie Balsam. Vergiftet und auszehrend, doch für den Augenblick erleichternd und fürsorglich.

 

 Mitte November. Noch maximalst sechs Wochen.

13.11.17 17:45


Ekelhaft

Wer hätte das gedacht.

Wenn man sich vier Wochen lang isoliert und den ganzen Tag nichts tut als im Bett zu liegen, sich zu besaufen oder sich irgendeinen Scheiß anzusehen und sich dabei vollzustopfen quillt man auf wie ein Mastschwein.

 

Ich graue mich vor mir. Mein Körpergefühl ist widerwärtig. Ich würde nicht vor die Tür gehen, selbst wenn ich wollte. Allein weil mir mein Anblick selbst zuwider ist.

 

Ich hätte nicht gedacht, daß ich so fett werden kann. Und nicht so schnell.

 

Ich verstehe nicht, weshalb ich mich nicht anders ernähre. Ich sehne mich nach etwas frischem Gemüse, stattdessen ist mein Kühlschrank voller Müll.

Vielleicht sind es Drogen.  Zucker, Fett.

Vielleicht auch nur ein Lamento. Andere schneiden an sich rum, ich quelle mich auf.

Absurde Vorstellung.

...oder?

12.11.17 04:02


Zukunftsperspektive

Nicht alle Wunden schließen sich. Auf manchen lagern sich nur die Jahre ab wie feuchtes Herbstlaub, bis sich frischer Boden bildet auf dem neue Bäume wachsen.

Deswegen brauchen manche Wunden Jahrzehnte, bevor man neu auf ihnen bauen kann.

11.11.17 21:08


Und täglich grüßt das Murmeltier.

Nach Mitternacht. Neuer Tag, gleiche Leier: meine Frau ist weg.

Ich lebe immer noch in Schock. Jedesmal, wenn ich es mir neu klarmache. Sie ist nicht eben einkaufen, oder im anderen Zimmer, oder im Bad, oder für eine Woche fort, oder, oder, oder.

Sie ist weg.

Ich sehe auf Dinge die unsere sind, und sie erfüllen keinen Zweck mehr. Weil meine Frau weg ist.

Ich sehe Sachen die wir uns angeschafft haben für den gemeinsamen Haushalt, den wir auf Jahre und Jahre teilen würden, und sie erfüllen keine Aufgabe mehr. Weil meine Frau weg ist.

Ich sehe sogar gespeicherte Spielstände in Computerspielen, die sie, ich oder wir gespielt haben, und sie sind verlassen, liegen brach und finden keine Verwendung mehr. Weil keine Frau weg ist.

Die kleinere Schüssel,  die große Schüssel, die Schneidfläche, der Mixer, der Zauberstab, die extra für sie angeschafften Messer, die so große Tasse, der Maßkrug, Töpfe, Pfannen, die Fahrräder, das Bettbezug in dem ich liege, die Kissen, jedes einzelne Stück Kleidung an meinem Leib, der Wasserkocher der tagein, tagaus literweise Wasser kochen musste, die beiden Teekannen in denen wir uns täglich literweise Tee brühten.  Alles. ALLES. Die Liste ist endlos. Seitenweise wüsste ich zu schreiben. Gemeinsame Einkäufe. Erinnerungen. Geschichte. Ein gemeinsames Leben. Kein einziges Objekt gedankenlos zusammengerauft, alles mit Planung und mit langer Hand vorbereitend zugelegt.

Weg. Verloren. Nutzlos. Bedeutungslos. Hausrat. Flohmarktschnäppchen. Wertlos.

 

Ich sehe nicht, wie ich damit leben kann.

Meine Frau ist weg.

Wozu morgen aufwachen?

11.11.17 00:40


schwerer Ausnahmefehler

Ich würde gerne sagen können, daß ich sie brauche. Daß ich ohne sie nicht leben kann. Aber das wäre nicht ganz korrekt. Natürlich brauche ich sie. Aber natürlich kann ich ebenso ohne sie leben.

Ich will nur nicht.

Zudem hat mir das Leben obendrein nichts zu bieten, wenn sie nicht täglicher, intimer Bestandteil davon ist.

Natürlich ist es nur Wortklauberei. In der Praxis kommt es auf dasselbe raus.

Ich wünschte nur, sie würde genauso empfinden.

Im Rückblick aber war es immer klar, daß das nie so sein würde. Die Unabdingbarkeit der Gemeinsamkeit hat darüber hinweggetäuscht, daß das Abhängigkeitsverhältnis im Endeffekt einseitig war.

Ändert nichts...

 

Addendum: Das Inventar treibt mich um den Verstand. Absolut jedes. Einzelne. Objekt. Ist gekauft mit Jahren und Jahren des gemeinsamen Haushaltes im Hinterkopf.

Absolut jedes. Einzelne. Objekt. Ist vollkommen verschwendet.

Ich bin kein Fan von Verschwendung. Und GUTER GOTT ist all die Investition hier plötzlich tot und begraben.

Ich kann den Kopf nicht drehen, ohne an sie denken zu müssen. Nichts, wo sie ihre Finger nicht mit drin gehabt hätte. Absolut nichts, was nicht eine gemeinsame Geschichte hätte.

Kein Witz. Ab. So. Lut. Alles.

...ich bin eindeutig zu nüchtern.

10.11.17 21:46


Unglaube

"Nubbusch, was machst du denn."

"Sterben."

 

Wochen später, fünf in der früh, deutlich betrunkener als mir angenehm ist, und ich kann noch immer einfach nicht glauben, daß sie wirklich einfach gegangen ist.

Sie war absoluter Teil meines Lebens. So wie trinken, Himmel, Steuern zahlen.

Bumm, weg.

Zehn Jahre dieser Schmerz.

Hah, klar.

10.11.17 05:11


Kaputt

Amerikanisch ausgesprochen.

 

 

 

Himmel, bin ich ein Wrack. Meine Stimmungen wechseln siebzehn mal am Tag, von glühendem Haß auf sie zurück zur unsterblichen Liebe über die sie das überhaupt erst hat bewirken können an mir.

Leere Flaschen alkoholischer Getränke stapeln sich zunehmend. Das ruft mir ins Gedächtnis daß ich mal, vor langer Zeit, leere Flaschen sammelte. Nur, wenn Alkohol in ihnen war.

Nach mehreren Jahren waren es soviele, daß sie fast nicht mehr alle auf eineinhalb Wandmeter  passten und ich war gezwungen, eine zweite Reihe anzufangen!

(Himmel, muß ich viel verbessern um das Schriftbild leserlich zu halten.)

 Ein bißchen lachhaft, aus jetziger Perspektive. Ich hab jetzt schon genug leere Flaschen hier herumstehen um die örtliche Restmüllverwertungsanlage in Betrieb zu halten.

 

Langer Rede kurzer Sinn: ich sterbe vor Liebe, weil sie nicht da ist. Durchaus wörtlich zu nehmen.

Ich denke, ich hätte meinen Instinkten glauben sollen zu Beginn. Ich denke, ...

 

Vieles. Leider ist es doch sehr privat ihr gegenüber, weswegen ich das nicht zwingend an öffentlicher Stelle wiedergeben soll. Es läßt sich ohnehin aus Fragmenten zusammensetzen.

9.11.17 19:39


Lähmung

Nichts, was mich umgibt, bietet Befriedigung. Selbst meine stärkten Interessen sterben ab, tagtäglich befasse ich mich weniger mit ihnen.

 

Die alltägliche Leere ist erstickend. Ich erinnere mich an vor gar nicht so langer Zeit, und alles erscheint mir so absurd und irreal.

 

Es gibt nichts, was ich noch will. Ich weiß nicht, worauf ich warte. Auf Besserung? Auf ein Wunder? Auf das glückliche Ende, das doch immer kommen muss?

 

Ich denke, ich warte darauf, daß ich die Hoffnung verliere. Zu wissen auch im Herzen, was mein Kopf schon lange weiß.

9.11.17 02:12


Unverhofft

Lange Nächte. Mitternacht? Gerade erst der Anfang! Zwei Uhr, völlig normal. Vier Uhr, langsam wird's anstrengend. Sechs Uhr, werde ich denn NIE schlafen? Acht Uhr - Koma.

 Ich lege mich hin um zwei, versuch erst gar nicht zu schlafen, mach einfach nur die Augen zu, liege auf dem Rücken, hänge meinen Gedanken nach...

Durchgeschlafen bis um zwölf.

Keine Alpträume, an die ich mich erinnern könnte, kein stundenlanges umhergewälze, gar nichts.

Ich will es gar nicht sagen, weil ich Angst habe daß es platzt wie eine Seifenblase sobald es auch nur von meinem Atem berührt wird, aber...das war tatsächlich schön.

 

Jetzt bin ich natürlich wieder wach, und sehe dumpf ins Nichts.

Das Schlimmste, an dieser Blase aus emotionaler Leere in der ich mich bewege, ist wie gerne ich sagen würde, daß sie schlimmer ist als der Schmerz der mich auffrisst, wenn ich wagen würde etwas zu empfinden.

Ist es aber nicht. Zermürbend wie es ist, erschöpfend, kräfteraubend, es ist weniger schlimm. Bei Weitem.

 

Furchtbar oder entsetzlich? Was darf's sein?

 

Start Woche vier und alles hat Routine. Bisweilen stoppe ich all meine Ablenkungen, all die erzwungene Leere in meinem Kopf, den Alkohol, den Schlaf, um mich an meine Frau zu erinnern. Es ist unerträglich wie am ersten Tag, und nach einigen Stunden der Agonie krieche ich zurück in meine Blase und torkle leblos durch den Rest des Tages.

Noch immer kann ich es nicht glauben und verstehe nicht wieso.

Es gäbe noch viel  Raum um zu analyisieren und aufzuarbeiten, aber ich bin es müde.

Und ohne sie ist ohnehin alles leer und ohne Bedeutung.

Wie konnte es nur dazu kommen.

Wir hatten alle Sterne des Himmels in unserer Zukunft.

6.11.17 12:21


Schlaflosigkeit

Versuch war's wert, natürlich keine Chance. Ich habe keine Hoffnung auf Schlaf bevor ich nicht so müde bin, daß ich in ein Koma falle.

 

Ich frage mich permanent wieso und verstehe nicht, aber ich erinnere mich häufig an ihre Aussage, daß sie keine Lust mehr auf Sex hatte.

Natürlich hab ich mir dabei nichts gedacht. Daß ficken langweilig wird ist ein Thema in der Menschheitsgeschichte seit immer, und es gibt Gegenmittel dokumentiert seit Babylon.

Ich habe das Thema gar nicht wahrgenommen. Wie ist das, bis daß der Tod euch scheidet? Es ist physisch unmöglich während all dieser Zeit keine Aufregung ins Schlafzimmer zu kriegen.

Ich hätte nie und nimmer vermutet, daß ihr das Fehlen eines Kribbelns in der Möse Grund genug ist, die Heirat abzusagen.

Und Gott mag wissen, was ihr danach noch alles in den Sinn kam, daß sie nicht nur die Heirat absagte sondern die Verlobung auflöste, mich aus der Bude warf und mir erklärte wir sollen doch getrennt leben und schauen, ob das unsere Beziehung vielleicht nicht wieder auf die Reihe kriege.

Ach, und ganz zu Schweigen von ihrer Generallablehnung aller bis dato gemeinsam getroffener Entscheidungen.

 

Ach, ich wiederhole mich. Ich bin müde, mir ist schlecht und ich habe Kopfschmerzen, Alkohol würde helfen aber ich muß kotzen wenn ich nur daran denke, und und mit meiner Frau hat sich auch meine Bezugsperson abgesetzt.

Jetzt sitze ich da und das einzige, woran ich meine Stirn lehnen kann, ist die Wand.

Immerhin ist sie damit direkt zur Hand, um den Schädel dagegenzuschlagen.

 

Eine der schlimmsten Umstände ist die furchtbare Realität, daß es absolut ot und vorbei ist. Mit welcher Abruptheit und Vollständigkeit sie abgeschlossen hat und es sich am Arsch vorbeigehen lässt ist absolut entsetzend.

Dabei bin ich mir der hysterischen Komik, daß sie mit mir genau das gleiche tut wie mit meinem Vorgänger, absolut bewußt.

Deswegen habe ich für Jahre darauf gewartet, daß sie es tut. Für Jahre.

Aber es kam einfach nie. Im Gegenteil. Absolut alles, aber absolut alles, war ausschließlich auf das Gegenteil gerichtet.

Dann komm ich her und sag zu allem ja und Amen, und bumm.

 

Was mich am meisten Anscheißt ist aber, vor allen anderen Dingen, wie ich endlos im Kreis palavere.

5.11.17 05:08


Fettgebirge

Es ist unglaublich, wie explosionsartig man aufgeht, wenn man den ganzen Tag nichts anderes macht als zu fressen, sich zu besaufen und zu schlafen.

Ich watschle, meine Wampe ist mir im Weg, und ich kotze mich selbst an.

 

Es ist Anfang November.  Ich überlege, ob ich bis Weihnachten oder gar 2019 noch hier bleiben oder vorher schon gehen soll. Ich habe im wahrsten Sinne des Wortes nichts zu tun, und keinerlei Interesse an irgendwas. Die wenigen nüchternen Stunden, die ich am Tag klar denken kann, verbringe ich mit einem sich ewig drehenden Karussell aus sich wiederholenden Gedanken.

 

Hin und wieder stubse ich in alten Erinnerungsstücken herum. Aber es spielt keine Rolle, was ich mache. Es umgibt mich nichts anderes als Schmerzen. Alles ist vergangen und verraucht, wie die letzten Erinnerungen an einen schönen Traum nach dem erwachen. Wie perlende Wassertropfen auf Herbstlaub nach einem nebeligen Morgen.

 

Es gibt nichts mit mir anzufangen.

Ich könnte zurückkehren woher ich komme, aber ich sehe keinen Grund dazu. Ich frage mich wozu, und habe keine Antwort. Aller Grund ist zusammen mit ihr gegangen.

 

Da fängt es wieder an. Wieso, wieso, wieso. Ich kann es nicht glauben, und präzise wie Uhrwerk kreisen meine Gedanken wie Motten um das Licht. Wieso, wieso, wieso. Wie kann sie nur. Weshalb hat sie nur. All die Jahre, all die schöne Zeit, all die großen Pläne, all die schönen Jahre vor uns auf die ich mich freute.

 Puff.

Es gibt nichts zu sagen. Nichts zu hinterlassen, nichts zu tun.

5.11.17 01:21


Zombie

Mein Nacken bringt mich um.

Der Rest auch.

Eingeschlafen irgendwann am frühen Morgen nachdem ich mich durch den vorherigen Tag und die ganze Nacht gequält habe, mich umhergewälzt und mühsam aufgewacht.

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit.

Vielleicht drei, vier Stunden schlaf.

Natürlich würde ich gern weiterschlafen, aber zwischen wollen und können ist immer noch ein Unterschied. Also schlurfe ich halbtot umher und bin nutzlos.

Ein bißchen Alkohol macht die Kopfschmerzen schlimmer, aber dämpft die anderen Schmerzen ein wenig.

Irgendetwas essen, irgendetwas ansehen dabei, mich gegen Ende zunehmend betrinken und nochmal in ein Koma fallen das mich davor bewahrt irgendetwas anderes tun zu müssen.

Es kam mir nie wirklich in den Sinn, aber das ist tatsächlich eine Zwielichtsexistenz. Nicht tot, nicht lebendig.

Ich kann nicht leben, weil da nur der Schmerz wartet. Und nicht sterben, weil...na. Gesellschaftliche Konditionierung,  nehme ich an.

Also schlurfe ich stöhnend mit ausgestreckten Armen irgendwo im Zwischenraum, als wäre morgens alles wieder besser.

Was es nie sein wird.

4.11.17 11:18


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